- Für wen
- Kinder und Jugendliche in unserer Autismustherapie, bei denen ein Austausch mit Kita oder Schule für die therapeutischen Ziele sinnvoll ist.
- Umfang
- Nach individuellem Bedarf und in Abstimmung mit Familie, Kind bzw. Jugendlichen und Einrichtung.
- Kostenübernahme
- Im Rahmen der bewilligten Autismustherapie, sofern Kooperation und Hospitation vom jeweiligen Leistungsumfang umfasst sind.
Inhalte
- Hospitation in Kita oder Schule
- Austausch mit pädagogischen Fachkräften
- Belastungen und Barrieren erkennen
- konkrete Lösungen für den Alltag entwickeln
Ein Kind erzählt beispielsweise, dass es in der Schule kaum arbeiten könne. In der Therapie lässt sich jedoch nur schwer erkennen, woran das liegt. Bei einer Hospitation können wir erleben, wie der Schulalltag tatsächlich aussieht: Wie werden Aufgaben erklärt? Wie laut ist es im Raum? Was passiert beim Stundenwechsel? Wie gestaltet sich die Pause? Wann entstehen Stress oder Rückzug?
Dabei kann sich beispielsweise zeigen, dass ein Kind die Aufgaben grundsätzlich versteht, aber Schwierigkeiten hat, bei mündlichen Arbeitsaufträgen mehrere Schritte gleichzeitig zu behalten. Ein anderes Kind kommt im Unterricht gut zurecht, ist aber durch die unstrukturierte Pausensituation stark belastet. Daraus können ganz unterschiedliche Lösungen entstehen – beispielsweise ein visueller Arbeitsauftrag, ein veränderter Sitzplatz, eine vereinbarte Rückzugsmöglichkeit oder mehr Struktur in Übergangssituationen.
Besonders wichtig ist uns dabei der Schutz des Kindes. Eine Hospitation wird vorher mit dem Kind bzw. Jugendlichen besprochen. Gemeinsam überlegen wir, wie unsere Anwesenheit gegenüber der Klasse oder Gruppe erklärt werden kann. Niemand soll vor seinen Mitschüler*innen als „Therapiekind“ gekennzeichnet werden. Je nach Situation kann die Anwesenheit deshalb beispielsweise allgemein als Hospitation oder Einblick in den Schulalltag erklärt werden.
Anschließend besprechen wir unsere Beobachtungen mit den Beteiligten und überlegen gemeinsam: Was kann das Kind selbst unterstützen – und was können wir an seinem Umfeld verändern, damit der Alltag besser gelingt?